Die Phönizier
Phönizien entstand im 1. Jahrtausend v. Chr. entlang der Mittelmeerküste (Syrien, Libanon, Israel) mit verschiedenen Stadtstaaten. Die Phönizier betrieben intensiven Handel im Mittelmeerraum, gründeten Siedlungen und errichteten ein riesiges Handelsreich. Willst du mehr über die Geschichte und kulturellen Errungenschaften der Phönizier erfahren?
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Grundlagen zum Thema Die Phönizier
Wo lag früher Phönizien?
Entlang der östlichen Mittelmeerküste im Gebiet der heutigen Staaten Syrien, Libanon und Israel erstreckte sich im 1. Jahrtausend v. Chr. von Norden nach Süden ein schmaler Küstenstreifen, der als Phönizien bekannt ist. In diesem Gebiet lagen mehrere Stadtstaaten, also Städte, die unabhängig voneinander regierte Staaten bildeten. Während sich die dort lebenden Menschen nicht als zusammengehörige Gruppe sahen, sondern sich nach ihrer jeweiligen Stadt benannten, wurden sie von benachbarten Kulturen zusammenfassend mit dem Begriff Phönizier bezeichnet. Wenn du wissen möchtest, woher die Phönizier gekommen sind und wann sie lebten, erfährst du dies in dem nachfolgenden Steckbrief über die Phönizier. Du kannst die Informationen auch gut für ein Referat über die Phönizier nutzen.
Die phönizischen Stadtstaaten
Obwohl sie sich auf verschiedene Staaten aufteilten, waren die Phönizier durch eine gemeinsame Geschichte und Herkunft, eine gemeinsame phönizische Religion, kulturelle Gemeinsamkeiten und durch eine eng vernetzte Wirtschaft miteinander verbunden. Die Phönizier waren Meister der Seefahrt und der Seehandel war der Motor der phönizischen Wirtschaft. Ausgiebig handelten die phönizischen Stadtstaaten untereinander und mit ihren Nachbarn im Mittelmeerraum. Sie gründeten Kolonien und Handelszentren in Nordafrika und in den heutigen Ländern Portugal, Spanien und Italien und erschufen so ein gigantisches Handelsimperium, das ihnen zu Reichtum und Macht verhalf.
Karthago
Eine der bekanntesten phönizischen Gründungen ist die Stadt Karthago im heutigen Tunesien mit ihrer mächtigen Hafenanlage. Karthago entwickelte sich bis zum 3. Jahrhundert v. Chr. sowohl wirtschaftlich als auch militärisch zur unangefochtenen Herrin über das Mittelmeer. Lange Zeit wagte es kein anderes Reich, es mit Karthago aufzunehmen. Erst das Römische Imperium konnte im 2. Jahrhundert v. Chr. seine Vormacht brechen. Über die phönizischen Stadtstaaten kursieren bis heute viele Legenden und Mythen. So heißt es etwa, schon Jahrhunderte vor Leif Eriksson oder Christoph Kolumbus seien Phönizier bis nach Amerika gereist – für diese Geschichte gibt es jedoch keine historischen Belege.
Phönizische Schrift
Einige kulturelle Leistungen der Phönizier haben bis heute Bedeutung. So entwickelten sie zum Beispiel im 11. Jahrhundert v. Chr. ein Schriftalphabet, das für etwa 600 Jahre im gesamten phönizischen Raum zum Einsatz kam. Fast alle alphabetischen Schriften, die heute noch verwendet werden, lassen sich über verschiedene Zwischenschritte auf die Schrift der Phönizier zurückführen – auch das lateinische Alphabet, das wir heutzutage verwenden.
Der Niedergang der Phönizier
Im 4. bis 2. Jahrhundert v. Chr. ging die Epoche der phönizischen Stadtstaaten zu Ende. Zwar hatten sie im Laufe ihrer Geschichte immer wieder unter dem Einfluss fremder Reiche gestanden, ihre staatliche Eigenständigkeit hatten sie sich dabei jedoch weitgehend bewahren können. Das änderte sich durch den Eroberungsfeldzug des makedonischen Feldherrn Alexander des Großen, der sich in den Jahren 333 und 332 v. Chr. aufmachte, die phönizischen Stadtstaaten einzunehmen. Einige unterwarfen sich ihm aus eigenem Willen, die Stadt Tyros nahm er nach langer Belagerung ein. Damit endete die Unabhängigkeit der Stadtstaaten in Phönizien. Etwa 200 Jahre später kam es dann zur letzten Konfrontation zwischen dem Römischen Reich und Karthago, aus der Rom im Jahr 146 v. Chr. als Sieger hervorging. So endete die Epoche der phönizischen Vormacht im Mittelmeerraum endgültig.
Transkript Die Phönizier
Phönizier sind Menschen, die im Altertum an der Mittelmeerküste lebten, hauptsächlich im heutigen Syrien und im Libanon. Sie beherrschten den Handel im Mittelmeerraum und wurden sehr reich. Archäologen zogen diesen Schluss, nachdem sie unter anderem kostbare Opfergaben entdeckten, vergoldete Statuen aus Bronze zum Beispiel. In dieser Steinplatte sind Schriftzeichen der Phönizier eingeritzt, erste Buchstaben unseres heutigen Alphabets. Die Phönizier haben das Schriftwesen im Abendland revolutioniert. Das Volk beherrschte auch die Seefahrt. Es erkundete fremde Länder und besiedelte sie. Die Hafenanlage der phönizischen Kolonie Karthago war beispiellos zu damaliger Zeit. Im quadratischen Handelshafen legten Schiffe aus aller Welt an. In der Mitte befand sich der kreisrunde Kriegshafen. “Ihre Meisterschaft zur See brachte den Karthagern eine strategische Mobilität, mit der sich kein denkbarer Gegner auch nur messen konnte. Niemand versuchte es auch zunächst, sich außerhalb des eigenen Territoriums mit Karthago militärisch anzulegen. Das wäre ihm auch schlecht bekommen, denn die Karthager waren in der Lage, auf Grund ihrer riesigen Einnahmen aus dem Handel zusätzlich zur eigenen Flotte noch ein großes Söldnerheer zu finanzieren.” Die Phönizier galten nicht nur als reich, sondern auch als gewissenlos und prunksüchtig. Sie hatten nur wenige Freunde, aber selbst ihre Feinde waren von dem Zauber ihrer Feste beeindruckt. Den Römern waren die Phönizier und vor allem deren Kolonie Karthago ein Dorn im Auge. Sie wollten die phönizische Vorherrschaft nicht länger dulden und Karthago zerstören. “Ein Jahrtausend hat dieses Volk als imponierende Handelsmacht die Geschicke der antiken Welt rund um das Mittelmeer beeinflusst. Für Rom waren sie ein gefährlicher Gegner, der ausgeschaltet werden musste. Auch aus heutiger Sicht gab es für die Römer keine Alternative.” Drei Kriege waren nötig, bis Rom schließlich siegte. Der Beginn einer neuen Epoche. Denn nun wurden die Römer immer mächtiger. Sie plünderten die Tempel der Phönizier und zerstörten deren Siedlungen. Alles, was Wert hatte, wurde fortgeschleppt. Von der Großmacht blieb kaum mehr etwas übrig. Die Römer haben die Phönizier entmachtet. “Warum hat Rom gesiegt? Karthago rechnete. Karthago verfolgte seine Interessen. Manchmal würfelte es auch risikohaft. Rom dagegen ging unbeirrt seinen machtpolitischen Weg.” Die einst unerschöpflichen Speicherhallen verfielen. Rom stieg auf, Karthago ging unter.
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